Geschichte der Feldschützen Oberbuchsiten
In Oberbuchsiten wurde 1874 als Schiessverein die Grütli-Schützen
gegründet. Von diesen trennte sich dann eine Gruppe gleichgesinnter Schützen.
Diese gründeten 1889 die Feldschützen. Den Gedanken, die zur Vereinsgründung
führten, sind Vorstand und Vereinsmitglieder bis heute treu geblieben.
Tradition und Vereinsphilsophie
Jeder Schütze, jede Schützin ist bei uns willkommen. Zwar freuen
wir uns über gute sportliche Leistungen und Erfolge. Voraussetzung für
eine Mitgliedschaft in unserem Verein sind sie aber nicht. Vielmehr erwarten
wir in allen Bereichen - Sport, übrigen Vereinstätigkeiten und bei
allen Diskussionen - kameradschaftliches Verhalten.
Nur durch das vorbehaltlose Zusammenstehen war es möglich, dass der Verein
überhaupt die Anfangszeit überlebte und ein ihm 1948 zu Last gelegter
Brandfall nicht zum Verkauf der vereinseigenen Schiessanlage oder gar zur
Vereinsauflösung führte.
Der Mitgliederbestand hat sich in den letzten zehn Jahren trotz Herabsetzung
des Wehrpflichtalters auf rund 160 eingependelt. Ungefähr 30 davon nehmen
an Sportschiessen teil. Für alle andern Vereinstätigkeiten kann
man aber jederzeit auf die übrigen Vereinsmitglieder zählen. Pro
Anlass sind dies immerhin zwischen 50 und 60 Helferinnen und Helfer, und wer
zusagt, erscheint dann auch zur Arbeit! Das Vereinsleben entwickelte sich
erst ganz langsam. Das war auch nicht anders möglich.
Vom Feld-Stand zur modernen Schiessanlage
In den Anfängen musste für jedes Schiessen der Stand zuerst eingerichtet
werden (Scheiben stecken, Zeigerloch graben - und nachher wieder zudecken
.....). Mehr als die vorgeschriebenen Bundesübungen waren unter diesen
Rahmenbedingungen gar nicht möglich.
1930 konnte dann das erste Schützenhaus mit 6 Scheiben bezogen werden.
Rund 25 Jahre später wurde der Stand auf 10 Scheiben erweitert. Ab dem
Solothurner Kantonalschützenfest 1976 in Oberbuchsiten standen 15 Scheiben
zur Verfügung. Tatsächlich gebraucht wurden sie alle gleichzeitig
nur an den zentral durchgeführten Feldschiessen.
Die laufend verbesserten schiesstechnischen Bedingungen erlaubten dann doch
eine etwas ausgedehntere Schiesstätigkeit.
1954 führten die Feldschützen zum ersten Mal das St. Wendelin-Schiessen
durch. Traditionsgemäss findet dies nun regelmässig alle zwei Jahre
statt. 2003 wird es die 20. Auflage erfahren. Gut 850 Schützen und Schützinnen
bestreiten jeweils diesen Einzel- und Gruppenwettkampf.
Das eigene Schiessen und das stets gestiegene Interesse am Schiesssport bewog
in der Folge die Feldschützen, vermehrt an analogen Wettkämpfen
anderer Vereine teilzunehmen.
Sport
Der eigentliche "Quantensprung" bezüglich Sportschiessen setzte
schliesslich mit dem Neubau des Schützenhauses (1984 - 87) und dem Einbau
einer elektronischen Trefferanzeige (System SIUS) ein. Zudem wurde kurz darauf
in der Schweiz das Standardgewehr als Sportwaffe zugelassen.
Nach ein paar holprigen Anfangsversuchen sind wir jetzt auch in der Lage,
einen Trainingsbetrieb aufzuziehen, der dem Schiesssport gerecht werden kann.
Erfolg
Das seit drei Jahren eingeführte Wintertraining auf Lasergeräten
half zudem wesentlich mit, die Schiessfertigkeiten zu fördern. - Und
siehe da, die Erfolge dürfen sich auch sehen lassen!
Von 1900 bis 1990 besuchten die Feldschützen 16 grössere Schützenfeste
(Eidgenössische und Solothurner Kantonalschützenfeste). Erfolge
waren deshalb auch nur mehr oder weniger zufällig.
Seit 1991 besuchen wir mit unserem Verein jährlich mindestens ein solches
C-Schiessen, manchmal werden auch zwei daraus. Dieses Sammeln von Wettkampferfahrung
zahlte sich aus.
Nicht nur die einzelnen Schützen erreichen wesentlich bessere Resultate.
Wir haben in unseren Reihen jetzt auch mehrere regelmässige Teilnehmer
an Meisterschaften und Matchwettkämpfen. Die Resultate an den Solothurnischen
Mannschaftswettkämpfen und der Schweizerischen Sektionsmeisterschaft
dürfen sich ebenfalls sehen lassen.
Der erzielte Durchschnitt in den Sektionswettkämpfen stieg in den letzten
5 Jahren um 3,5 Punkte.
Kameradschaft
Die neu erbaute Anlage wurde für unseren Verein zudem auch gesellschaftlich
zu einem Mittelpunkt. In der gemütlichen Schützenstube lässt
sich wunderbar zusammensitzen. Hier darf man alles in allen Lautstärken
diskutieren..... Kurz: Die Schützenstube darf man als Nervenzentrum unseres
Vereins bezeichnen.
Nachwuchsförderung
Ein wichtiges Anliegen ist unser Nachwuchs. Der vom Bund als Vorbereitung
für den Eintritt in die Armee unterstützte und vom Verein organisierte,
traditionelle Jungschützenkurs kann die heutigen schiesssportlichen Anforderungen
nicht voll abdecken. Hier ist ein konsequenter Auf- und Ausbau notwendig,
und daran arbeiten wir im Augenblick.
Vorläufig haben glückliche Umstände dazu geführt, dass
wir zwei talentierte junge Damen mit je einem Standardgewehr ausrüsten
konnten.
Der Verein erklärte sich auch bereit, unsere Junioren grosszügig
durch die Gratisabgabe von Trainingsmunition und die gezielte Stichübernahme
an Schützenfesten zu unterstützen. Die Resultate heissen eine gute
Zukunft voraus.
Veteranen
Der Verein darf aber auch auf viele Veteranen zählen. Sie stehen immer
wieder für den Verein ein, arbeiten nach ihren Möglichkeiten mit
und nehmen teilweise regelmässig an Schützenfesten teil.
Gelebte und beispielhafte Unterstützung durch Mitglieder und Gönner
Alle unsere Vereinstätigkeiten sind mit einem grossen Aufwand verbunden.
Doch können wir auf unsere Vereinsmitglieder zählen. Dank vieler,
unentgeltlich erbrachten Fronstunden war und ist es überhaupt möglich,
ein neues, vereinseigenes Schützenhaus zu bauen, neue Kabel zwischen
Schützenhaus und Scheibenstand zu verlegen, die Schützenstube angemessen
auszubauen, den gedeckten Sitzplatz zu erstellen und die Anlage mit Ausnahme
des Materialaufwandes kostenlos zu betreiben.
Auch mit dem jährlich durchgeführten Lottomatch helfen unsere Vereinsmitglieder
mit, die gewünschte Schiesstätigkeit finanziell zu ermöglichen
und die Restschuld auf der SIUS-Anlage nach und nach zu tilgen.
Oft werden Rechnungen (Portospesen, Kopierkosten,...) durch Vereinsmitglieder
bezahlt. Immer erhalten wir auch quittierte Rechnungen oder grosszügiges
Entgegenkommen von Handwerkern, die an unserer Anlage etwas reparieren, ersetzen
oder neu erstellen müssen.
Zwei namhafte, ja aussergewöhnliche Unterstützungen erfuhren wir
durch unser Vorstandsmitglied Rudolf von Rohr Gerold. Einerseits ermöglichte
er durch einen privaten, zinslosen Kredit die Beschaffung der elektronischen
Trefferanzeigeanlage. Anderseits schenkte die von ihm geführte Firma
Naturstein Studer AG dem Verein 2 fabrikneue Standardgewehre "Tanner"
für die Nachwuchsausbildung.
Ohne den Einsatz von Mitgliedern, die sich mit Kursbesuchen und persönlichem
Engagement für den Schiesssport und die Ausbildung und Betreuung von
Schützen einsetzen, könnte der Verein sportlich auf dem heutigen
Niveau nicht fortbestehen.
Ausblick
Auf einen Nenner gebracht: Die Mitglieder, deren Identifikation zum Verein
und die gelebte Kultur sind die Stärken der Feldschützen Oberbuchsiten.
Darauf lässt's sich weiter bauen!
Alle, welche sich durch diesen Einblick in unsere Vereinstätigkeit auch
eine Mitgliedschaft bei den Feldschützen Oberbuchsiten im "Sinn
und Geist" vorstellen könnten, sind herzlich willkommen.
Formular für Kontaktaufnahme hier anklicken.
Peter Leist